Studie: Siegerstrategien im Mittelstand

Gemeinsame Studie mit der Universität Witten-Herdecke

Die Fragestellung ist einfach: Gibt es eine Blaupause für unternehmerischen Erfolg? Gemeinsam mit dem Institut für Familienunternehmen der Universität Witten-Herdecke wurde 2012 eine Studie durchgeführt, die nach Erfolg versprechenden Management-Eigenschaften sucht. Die Studie wird nun wiederholt.

Was ist Erfolg?

Im Fokus der Studie standen Mittelständler aus dem mittleren Ruhrgebiet. Als Bewertungskriterien wurden veröffentlichte Unternehmenszahlen (z.B. Eigenkapital, Liquidität, Erlöse) genommen, die jedem Beobachter zur Verfügung stehen und im Ergebnis eine Aussage über die Bonität zulassen.

Ein Bonitätsindex zwischen 100-249 steht bei der Creditreform für ausgezeichnete bis gute Bonität, bei höheren Indizes ist der Erfolg nicht mehr offensichtlich.

Die Studie zeigt unter anderem, dass sich dieser Bonitätsindex tatsächlich als Prognosewert interpretieren lässt. Wer eine gute Bonität hat, ist in der Regel auch strategisch für die Zukunft gerüstet. Wer also seinen Erfolg planen will, der sollte sich an mittelständischen Unternehmen mit guter Bonität orientieren.

Diplom-ÖkonomWilhelm-Berthold SchmuchWirtschaftsprüfer, Steuerberater

+49 234 77788-0

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Stichprobe - 62 inhaberorientierte Unternehmen aus IHK-Bezirk Bochum/Hattingen/Herne/Witten + Sprockhövel mit zusammen rd. € 1,5 Mrd. Bilanzsumme

Auswahl: Wen wir für erfolgreich hielten überprüft durch einen Quick-Test nach Kralicek mit Daten aus dem E-Bundesanzeiger

Die wichtigen Ergebnisse der Studie im Überblick. Auch zum Selbstcheck geeignet.

Strategien werden aktiv gelebt

Die erfolgreichen Unternehmen haben einen Plan. Sie haben eine strategische Ausrichtung mit Blick auf die nächsten 3-5 Jahre und aktualisieren die Strategie ständig mit Blick auf ihre Märkte.
Haben Sie eine Strategie? Ist sie schriftlich fixiert und auch im Unternehmen bekannt?

Innovationen nur im Vorbeigehen

Für Innovationen gibt es bei den meisten der befragten Unternehmen keine formalisierten Vorgänge, sie entstehen zu mehr als 50 % in den Köpfen der Unternehmer selber.

Wachstum gehört zum Erfolg

In den meisten Fällen ist Umsatzwachstum Grundlage des Erfolges und lag i.d.R. über dem Branchendurchschnitt.

Sehr enge Kunden- und Lieferantenbeziehungen

Beziehungsmanagement ist in aller Munde. Bei den Erfolgreichen ist es Selbstverständnis und erste Managementaufgabe gleichermaßen. Beschwerden werden von der Geschäftsführung beantwortet. Das geht einher mit einer hohen Lieferanten- und Kundentreue.

Kurze Wege und Teamdenken dominieren

Mit den Mitarbeitern wird auf eher demokratische Art und Weise an Ergebnissen gearbeitet. Flache Hierarchien und lange Betriebszugehörigkeiten bestätigen das Bild einer konservativen Unternehmensführung.

Konservative Werte in der Finanzierung

Die Bankenpartner werden langfristig ausgewählt, Gewinne bleiben im Unternehmen und Kontokorrentlinien bleiben eine Absicherung und werden selten ausgereizt.

Siegerstrategien

Fazit: Was die erfolgreichen Unternehmen verbindet.

  • Gewinnstreben mit Verantwortung
  • Stabiles und gelebtes Werteverständnis
  • Langfristig orientiertes, strategisches Vorgehen mit Vermeidung einer Bestandsgefährdung
  • Entwicklung aus sich selbst heraus (Kernkompetenzen werden schrittweise fortentwickelt)
  • Langfristige und enge Beziehungen zu Kunden/Lieferanten sowie Mitarbeitern und anderen Geschäftspartnern (WP/StB, Bank)
  • Fokus auf Qualität und Service
  • Sichere Finanzen mit Risikovorsorge